Die Anfänge der Lauenburger Schiffergemeinde liegen nicht in Lauenburg selbst, sondern in Lübeck. Der Salzhandel über die Stecknitz – ein Kanal zwischen Mölln und Lübeck – war die Keimzelle. Eine Urkunde vom 24. Juli 1390 belegt, dass Schiffe diesen Wasserlauf befuhren. Um 1398 war die Route befahrbar und brachte erste Salzladungen nach Lübeck. Diese „Stecknitzfahrer" waren hart arbeitende Lohnempfänger – ursprünglich Knechte der Salzherren, später organisierte sie sich zu einer Zunft und erkämpften sich bessere Löhne durch Streiks (verbrgt für die Jahre 1554, 1556, 1593, 1594).

1630 erhielten die Stecknitzfahrer in Lübeck schließlich ihre offizielle Zunftrolle. Die Lauenburger Schiffer, die ebenfalls Güter umlufen, suchten dasselbe Recht. Herzog Julius Franz gewährte 1624 erste Regelungen für die Lauenburger Steuerleute und Schiffsbedienten – Punctationen mit strengen Regeln für Schiffszustand, Ladungspflege und Verhalten. Die Zeit war reif für ein offizielles Zusammenschluss.